Dauerausstellung zum Thema Kunstfaser

Dauerausstellung zum Thema Kunstfaser

Finanzielle Förderung für die Erweiterung kultureller Einrichtungen in Bitterfeld-Wolfen

Dr. Gunnar Schellenberger, Staatssekretär für Kultur in der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, übergab am 27. November im Rahmen der Tagung „25 Jahre Industrie- und Filmmuseum Wolfen“ einen Fördermittelbescheid von rund 1,7 Mio. Euro an Annett Mosch, Kulturamtsleiterin des Landkreises und Uwe Holz, Museumsleiter des Industrie- und Filmmuseums Wolfen.

Die finanziellen Mittel aus dem Programm EFRE dienen der Erweiterung der Ausstellungsfläche im Industrie- und Filmmuseum für die Einrichtung einer Dauerausstellung zum Thema FASER.

Damit wird die einmalige Ausstellung zur Technikgeschichte des Films im IFM mit der Schaffung einer Dauerausstellung zum Thema Faser vervollständigt. Eine gegenwärtig als Lagerraum genutzte Teilfläche im Dachgeschoss soll zu einer Ausstellungsfläche mit ergänzenden Magazinräumen, insgesamt 1.200 m², ausgebaut werden. Neben dem Ausbau spielt die energetische Sanierung ebenso ein große Rolle wie die Barrierefreiheit und der Brandschutz. Letzteres soll durch einen zweiten Rettungsweg in Form einer als Stahl-Glas-Konstruktion auf der Rückseite des Gebäudes angebauten Treppe umgesetzt werden.

Inhaltlich ist vorgesehen, die Geschichte der Wolfener Kunstfaserproduktion auf der neuen Ausstellungsfläche dauerhaft zu präsentieren. Während die Wolfener Filmgeschichte weltweit Bekanntheit erlangte, ist die Kunstfasergeschichte eher unbekannt, obwohl sie einmalig ist. Denn die Filmfabrik war eben auch der Ort, an dem 1936 die erste vollsynthetische Faser der Welt entwickelt wurde. Über Jahre hinweg war Wolfen der größte Faserproduzent weltweit. Klangvolle Namen wie Vistra, Wollpryla, Wollcryla und DeDeRon bezeichneten die Produkte. Und eben diese weitgehend unbekannte Kunstfasergeschichte als industriegeschichtliche Besonderheit gemeinsam mit den Tourismusverbänden zu bewerben und sie als Erweiterung des bestehenden Angebots als Besucheranreiz aufzubauen, ist Ziel der nächsten Jahre.

Natürlich sollen damit mehr Kulturtouristen in die Region gelockt werden. Immerhin gibt es deutschlandweit kein Museum, welches sich der Kunstfaserproduktion widmet. Und mit der einzigartigen Kombination der Film- und Faserherstellung als Industriegeschichte besitzt Wolfen und somit der gesamte Landkreis ein Alleinstellungsmerkmal.